
Viele träumen davon, auf Mallorca ein neues Leben zu beginnen und sich selbstständig zu machen. Die Insel inspiriert, motiviert und gibt einem das Gefühl, dass alles möglich ist. Doch wie überall gilt: Ein Traum wird erst dann Realität, wenn man die Regeln kennt.
In diesem Beitrag erkläre ich dir, was du für eine Selbstständigkeit auf Mallorca brauchst, was wichtig ist, was du dir sparen kannst – und wie du entspannt in dein neues Berufsleben startest.
🇪🇸 1. Autonomo – das Herzstück der Selbstständigkeit
In Spanien heißt die Selbstständigkeit Autónomo. Das ist die Basis, ohne die nichts läuft.
Was du dafür brauchst:
- NIE‑Nummer (Ausländeridentifikationsnummer)
- spanisches Bankkonto
- Anmeldung bei der Seguridad Social (Sozialversicherung)
- Anmeldung beim Finanzamt (Hacienda)
Was es kostet:
Die monatliche Autonomo‑Gebühr beginnt bei ca. 80–90 € (Tarifa Plana) und steigt später an. Das klingt viel – aber dafür bist du komplett sozialversichert.
2. Rechnungen schreiben – aber richtig
In Spanien gelten klare Regeln:
- vollständige Rechnungsnummerierung
- deine NIE
- deine Autonomo‑Daten
- Steuernummer des Kunden (falls Unternehmen)
- IVA (spanische Mehrwertsteuer)
- IRPF (Einkommenssteuerabzug – je nach Tätigkeit)
Klingt kompliziert? Ist es am Anfang auch. Aber nach 2–3 Rechnungen läuft es wie von selbst.
Tipp: Viele nutzen einfache Online‑Tools oder lassen es vom Gestor erledigen.
3. Ein Gestor – dein bester Freund
Ein Gestor ist ein spanischer Steuerberater/Verwaltungshelfer. Und ganz ehrlich: Ohne ihn geht es kaum.
Er übernimmt für dich:
- Steuererklärungen
- IVA‑Abrechnungen
- Autonomo‑Anmeldung
- Behördengänge
- Formulare, die man sonst nie versteht
Kosten: ca. 50–100 € im Monat Wert: unbezahlbar.
4. Welche Versicherungen du wirklich brauchst
Nicht alles ist Pflicht – aber vieles sinnvoll.
Pflicht:
- Sozialversicherung (über Autonomo)
Sehr empfehlenswert:
- private Krankenversicherung (schneller, einfacher, bessere Ärzte)
- Haftpflichtversicherung (je nach Beruf)
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Rechtsschutz (gerade in Spanien Gold wert)
5. Steuern – was auf dich zukommt
Spanien hat ein anderes System als Deutschland.
Du zahlst:
- IVA (Mehrwertsteuer) – meist 21 %
- IRPF (Einkommenssteuer) – je nach Einkommen
- Autonomo‑Gebühr
- ggf. Gewerbesteuer (je nach Tätigkeit)
Klingt viel, aber: Viele Kosten kannst du absetzen, z. B.:
- Laptop
- Handy
- Internet
- Auto (anteilig)
- Arbeitszimmer
- Büromaterial
- Fortbildungen
6. Was du NICHT brauchst (aber viele denken, sie brauchen es)
- kein deutsches Gewerbe
- keine spanische Firma (SL) – außer du willst groß werden
- kein Büro (Homeoffice reicht völlig)
- keine perfekten Spanischkenntnisse (aber Grundkenntnisse helfen enorm)
- keine riesigen Investitionen
Viele starten klein – und wachsen dann ganz natürlich.
7. Welche Berufe sich besonders gut eignen
Mallorca ist ideal für:
- Online‑Jobs (VA, Backoffice, Social Media, Grafik, Texten)
- Dienstleistungen für Residenten
- Immobilien‑nahe Tätigkeiten
- Tourismus (aber saisonabhängig)
- digitale Produkte (Etsy, Coaching, Kurse)
- Beauty & Wellness (mit Genehmigungen)
8. Die größte Herausforderung: Bürokratie – und wie du sie überlebst
Spanische Behörden sind… sagen wir mal… speziell. Aber du kannst es dir leicht machen:
- immer freundlich bleiben
- NIE, Pass, Empadronamiento immer dabeihaben
- Termine online buchen
- Gestor einschalten
- Geduld mitbringen
Mallorca belohnt dich dafür mit Sonne, Meer und einem Leben, das sich leichter anfühlt.
Fazit: Selbstständig auf Mallorca ist möglich – und erfüllend
Es ist kein Hexenwerk. Es braucht Mut, ein bisschen Papierkram und die Bereitschaft, Neues zu lernen. Aber wenn du es einmal geschafft hast, wirst du merken:
👉 Du arbeitest freier. 👉 Du lebst bewusster. 👉 Du bist näher bei dir selbst.
Mallorca ist nicht nur ein Ort zum Träumen – sondern ein Ort zum Machen.
